Bei unserem Einzug haben wir alle Dinge, die noch keinen richtigen Platz hatten, ins Arbeitszimmer gestellt. Das Arbeitszimmer war das hässliche Entlein; das Zimmer, das nicht fertig wurde.
Beim Rest des Hauses wussten wir recht gut, wo welche Möbel stehen sollten. Im Arbeitszimmer gingen wir von zwei Schreibtischen und einer Form von Aufbewahrung aus. Wir haben jede Menge Geschäfte besucht, um passende Schreibtische für unser Haus zu finden, aber das war völlig unmöglich. Ich hatte auf der Homepage von Pottery Barn ein Bild gesehen, das ich beim Suchen im Kopf hatte, aber natürlich konnte ich nichts finden, was diesem Bild entsprach.
In unserer alten Sommerlaube gab es zwei etwas schmalere Türen zu den Kinderzimmern. Als wir die Laube abrissen, um Humlebacken zu bauen, haben wir alle Fenster und Türen aufgehoben, falls sie noch einmal zu gebrauchen sind.
Nun entstand die Idee, unsere zwei weißen Füllungstüren als Tischplatten zu verwenden. Wir mussten nur jeweils eine Glasscheibe bestellen, damit die Schreibtische eine glatte Oberfläche bekommen. Es blieb nur noch das kleine Problem mit den Schubladen. Wie sehr wir auch suchten, wir fanden keine Schubladenschränke mit dem richtigen Feeling. Zum Schluss nahmen wir vier Schubladenschränke, die für die Küche falsch geliefert worden waren, strichen sie weiß und besorgten passende Handgriffe, damit die Schränke nicht wie Küchenschränke aussahen, sondern wie Schreibtischschränke. Diese Kombination erwies sich als perfekt.
Über den Schreibtischen haben wir weiße Regale und eine Anschlagtafel angebracht, außerdem einige kleine Holzkisten für praktische Aufbewahrung. Wir kauften Bürostühle in schwarzem Leder, damit das Zimmer nicht zu romantisch und niedlich wird. Der Kontast ist richtig gut.
Und dann war da noch die Aufbewahrung. Wir hatten einen Traum von einem maßgeschneiderten Schrank mit unseren alten Laubenfenstern als Türen. Unser geschickter Tischler, der unser ganzes Haus fertiggebaut hat, bekam den Auftrag. Wir selbst haben die Fenster renoviert und weiß gestrichen. Als der Schrank an Ort und Stelle war, hatte sich das hässliche Entlein wirklich und verdientermaßen in einen stolzen Schwan verwandelt. Unser Arbeitszimmer ist nicht mehr der Raum, in dem alles Mögliche abgestellt wird, sondern ein Zimmer, das man gut in Ordnung halten kann, und in dem wir uns richtig wohlfühlen.